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Integration von Freigängern der JVA OVB in den ersten Arbeitsmarkt

In Berlin werden zu einer Freiheitsstrafe verurteilte Straftäter anders als in anderen Bundesländern unmittelbar in den offenen Vollzug aufgenommen, sofern sie hierfür als geeignet erscheinen. Dies ist nach gängiger Praxis der Fall, wenn während des Strafverfahrens keine Untersuchungshaft vorlag oder aber nach der Urteilsverkündung die Untersuchungshaft zunächst bis zur Rechtskraft des Urteils beendet wurde. Hinzu kommen wie in anderen Bundesländern Straftäter, die in der letzten Phase der Strafverbüßung in den offenen Vollzug verlegt werden.
In Berlin bestehen derzeit 4 Teilanstalten für Männer sowie die offenen Bereiche der Justizvollzugsanstalten für Männer und Frauen. Insgesamt stehen in diesen Justizvollzugsanstalten ca. 1.000 Plätze für den offenen Vollzug zur Verfügung.
Aufgrund der häufigen Arbeitsmarktferne verfügen die Inhaftierten nicht über die persönlichen Kompetenzen, sich positiv zu verkaufen. Persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten können nicht so herausgestellt werden, um die potentiellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Dies ist insbesondere deswegen unabdingbar erforderlich, da das Vermittlungshemmnis „Inhaftierung“ vorliegt und viele Arbeitgeber auch -aufgrund von Unkenntnis- Berührungsängste haben.

Ablauf des offenen Vollzugs

Innerhalb der ersten zwei bis sechs Wochen entscheidet die Justizvollzugsanstalt über die Eignung für den offenen Vollzug. Grundlage für diese Entscheidung sind die ursächliche Straftat, die Vergangenheit des Betroffenen, seine familiäre Situation, Abhängigkeiten, Sozialverhalten sowie seine Arbeitsbereitschaft. Bei positiver Eignung erhält der Insasse, nachdem er zunächst als Hausarbeiter in der Anstalt (Reinigung, Garten und einfache Reparaturen) gearbeitet hat, die Gelegenheit, sich im Außenkommando (z.B. Grünflächenamt etc.) zu bewähren. Hierbei wird kein Arbeitsverhältnis begründet, sondern der Insasse wird lediglich in den entsprechenden Bereich abgeordnet. Als weiterer Schritt zur Resozialisierung erfolgt dann von Seiten der Anstalt die Befähigung zum „Freigang“. Dieser Freigang gibt dem Inhaftierten die Möglichkeit, die Anstalt zwischen 14 und 16 Stunden pro Werktag zu verlassen, um einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachzugehen. Inhaftierte, die über keine Tätigkeit verfügen, kommen nicht in den Genuss dieser Erleichterung.

Schulungszweck

Es muss durch die Inhaftierten im Rahmen des Bewerbungsverfahrens deutlich gemacht werden, dass die Beschäftigung eines Inhaftierten nicht als Risiko für den Arbeitgeber anzusehen ist. Schließlich verliert der Inhaftierte seinen Freigängerstatus oder wird sogar in den geschlossenen Vollzug verlegt, wenn es zu Auffälligkeiten oder Unregelmäßigkeiten kommt. Ebenso wird das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist sofort beendet, wenn sich der Inhaftierte nicht als geeignet erweist. Gemeinsam mit dem naturgemäß geringen Lohnniveau sind die eigentlichen Vermittlungshindernisse auch als vermittlungsfördernd darstellbar.
Die Schulung soll die Inhaftierten nicht nur in die Lage versetzen, sich auf geeignete Art und Weise zu bewerben, sondern ihre persönlichen Kompetenzen zu elaborieren und das Vermittlungshemmnis „Inhaftierung“ positiv darzustellen.

Hilfen zur Arbeitssuche

Jeder Inhaftierte des Offenen Vollzugs, dem die Befähigung zum Freigang zugesprochen wurde, erhält von der Anstalt insgesamt 50 Stunden Ausgang, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren und nach Arbeit zu suchen. Darüberhinausgehende Bedarfe müssen nachgewiesen werden.
Als Hilfestellung steht ein -sehr engagierter- Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung, der die potentiellen Freigänger wie jeden anderen Arbeitslosen berät.

 

 

Veranstaltungskalender

  • Kurs-Name
    Bezeichnung
    Beginnt am
    Dauer
  • FI-0118

    Freigänger Integration in Berlin

    Einstieg in den Arbeitsmarkt

    02. Januar 2018

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Allgemeine Informationen

AUSBILDUNGSZEITEN
  • Dauer:7 Tage
    56 Unterrichtseinheiten (UE)
  • Mo - Fr:8:30 - 15:30 Uhr (8 UE/Tag)
Abschluss

Zertifikat

Schulungsablauf

  • TAG 1
    • Kurseinführung
  • TAG 2
    • Lebenslauf – aber wie?
  • TAG 3
    • Bewerbung I
  • TAG 4
    • Bewerbung II
  • TAG 5
    • Diversität
  • TAG 6
    • Diskussion und Übung
  • TAG 7
    • Gesprächsrunde
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